Siebenbürgenhilfe

Seit mehr als vier Jahren engagiert sich unsere Kirchengemeinde für die Menschen in der rumänischen Region Siebenbürgen, manchen besser bekannt als Transsylvanien.

Hintergrund: vor mehr als 800 Jahren holte der ungarische König Gesa Siedler aus Deutschland in das Gebiet. Sie durften sich dort unter vergünstigten Bedingungen ansiedeln, hatten aber auch die Pflicht zur Selbstverteidigung, denn Korutzen, Mongolen, Türken und andere, damals wenig freundliche Zeitgenossen drangen immer wieder von Osten her gegen das Reich. So entstand die Kultur der Siebenbürger Sachsen, mit den prächtigen Kirchenburgen. Es ging den Menschen gut, bis der Kommunismus kam. Rumänien verarmte, die Menschen litten bittere Not.

Heute ist Rumänien Mitglied der EU und trotzdem sehr arm. Die Kirchenburgen können nicht mehr erhalten werden, in den sehr strengen Wintern müssen viele Menschen sich entscheiden: esse ich heute etwas oder stelle ich die Heizung an (denn beides zusammen können sie nicht bezahlen). Viele Deutschstämmige haben das Land verlassen und leben heute in Deutschland. Doch es gibt dort noch immer Deutsche, zumeist die Alten, die die Heimat nicht verlassen wollen.

Ihnen, aber auch den Rumänen und Ungarn, die dort leben, helfen wir. Einmal im Jahr fahren wir nach Rumänien und haben Kleidung, Medikamente, Lebensmittel, manch anderes, was ringend gebraucht wird und vor allem Geld mit. Über die Kirchengemeinden werden die Hilfsgüter an die Menschen verteilt.

Doch wir haben auch besondere Anlaufpunkte:

Hospiz Hermannstadt:

Für Kinder oder Arme öffnen sich die Herzen und Geldbörsen sehr schnell. Für Menschen, deren Leben zuende geht – weniger. Dabei gehört zu einem würdigen Leben auch ein Sterben in Würde! Deshalb geben wir immer gern Hilfsmittel an das Hospiz. Die Zahl der Patienten ist sehr hoch, die Sterberate verständlicherweise auch. Und das Alter derer, die ins Hospiz kommen, um ihre letzten Tage würdevoll erleben zu können, ist niedrig. Die meisten sind zwischen 38 und 48 Jahren alt.

Schülerinternat Hermannstadt:

Schülerinternat Hermannstadt

Schülerinternat Hermannstadt

Ohne Bildung kann der Lebensstandard auf Dauer nicht steigen. Viele Kinder wollen gern eine gute Ausbildung. Deshalb gibt es ein Internat in Hermannstadt, in dem Kinder aus dem Umland relativ günstig wohnen und so eine gute Schule besuchen können. Auch hier helfen wir gern.

Altenheim Hetzeldorf:

Hetzeldorf Altenheim

Hetzeldorf Altenheim

Als die Jüngeren Rumänien verließen, blieben die Alten zurück auf ihren Höfen, die sie nicht mehr allein bewirtschaften können. So entstand das Altenheim in Hetzeldorf. Die Bewohner leben weiter so, wie sie es immer getan haben: sie gehen die Felder bestellen, das Vieh versorgen, pflegen sich gegenseitig und leben auf zwei Bauernhöfen, die nebeneinander im Dorf liegen. Ihr Land wird gemeinsam bewirtschaftet. Dazu sind auch Personen angestellt: Heimleiter, Traktorist, Küchenpersonal und Pflegekräfte. Bis auf weniges, wie Butter oder Öl, ist das Heim bei Lebensmitteln Selbstversorger.
In den letzten Jahren konnten wir helfen, das Heim moderner einzurichten und Landmaschinen anzuschaffen. Doch dauerhafte Hilfe ist nötig und wir geben sie gern.

Um all die Hilfe leisten zu können, sammeln wir hier Geld, Medikamente, medizinische Geräte, Kleidung, Brillen ….

Eine unserer Haupteinnahmequellen ist der Siebenbürgentag: wir kochen und backen nach Rezepten aus Siebenbürgen und ganz Rumänien, bieten Wein und Schnaps an, den wir frisch von dort mitgebracht haben. Es gibt Honig und andere Dinge zu kaufen oder bei einer Tombola zu gewinnen – alles für den guten Zweck, denn jeder Cent Gewinn geht direkt dort hin! Die, die nach Siebenbürgen reisen, zahlen alle Fahrt- und Reisekosten selbst. Vielleicht wollen Sie ja auch einmal mit. Dann sprechen Sie uns an.
Vielleicht wollen Sie aber auch einfach helfen! Dann kommen Sie zum Siebenbürgentag. Der nächste ist am 1. September. Wir freuen uns. Und Spenden nehmen wir jederzeit gern an und leiten sie in Ihrem Namen und Sinn weiter.