Geschichte der St. Petrigemeinde

Die älteste urkundliche Erwähnung Rüningens stammt aus der Zeit um 800 in einem Güterverzeichnis des Klosters Fulda un ter dem Namen „Riungi“. Früh muss es auch einen gottesdienstlichen Raum gegeben haben, denn bald danach wurde die erste Kirche erbaut. Ihre Bauart aus unbehauenen Bruchsteinen und romanischen Elementen ließen ihr Alter beim Abbruch 1874 auf mindestens 600 Jahre schätzen.

Als erster Pastor wird 1301 der Pfarrherr Conrad genannt. Von Beginn an hat der umliegende Kirchhof als Gräberfeld gedient, bis Rüningen schließlich im Jahre  1877 einen neuen Friedhof am Leiferder Weg zunächst am heutigen Denkmal und ab 1907 am heutigen Platz erhielt.

Die Kirche hat schwer gelitten, als Rüningen in der Großen Stadtfehde 1492 niedergebrannt wurde. Der damals bedeutende Pfarrer Kreckel hat einen Ablassbrief für Rüningen gekauft. Das hatte zur Folge, dass viele Bürger um sich ihrer Sünden zu entlasten hohe Spenden gaben. So konnte die Kirche wieder hergestellt und ausgestattet werden.

In den Wirren der Reformation hat der Rat der Stadt Braunschweig schließlich am 1. September 1528 die Kirchenordnung des Johannes Bugenhagen beschlossen, in deren Folge Rüningen protestantisch wurde. Ein heftiger Konflikt zwischen der Stadt Braunschweig und dem Landesherrn über eine Pfarrerbesetzung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts führte zu einer Lähmung Rüningens. Sieben Jahre schwiegen die Glocken. Es wurde niemand getauft, getraut und auf dem Kirchhof bestattet. Der Pfarrer von St. Michaelis half aus freien Stücken aus. Hieraus ergab sich eine Bindung der beiden Kirchen bis 1678.

Bei einem Einbruch um Weihnachten 1709 verschwanden der Kelch, der Oblatenteller, Geld aus dem Armenkasten und des Pastors Rock. Kelch und Oblatenteller wurden für 68 Taler ersetzt und werden heute noch verwendet.

Trotz der wiederhergestellten Trennung von St. Michaelis und St. Petri blieb es noch bei einer gemeinsamen Pfarrstelle, die ab 1743 von Pfarrer Dreißigmark besetzt war. Er war der Sohn des Oberhofpredigers und Abtes von Riddagshausen, der in der Schlosskirche von Salzdahlum die Traurede für Friedrich den Großen und Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig hielt. Ein vom Zahn der Zeit gebeuteltes Gemälde von Pfarrer Dreißigmark hängt heute noch in der Kirche. In seine Zeit fiel der Siebenjährige Krieg, in dem die Kirche zum Kornmagazin  wurde. Nach dem Abbruch der baufälligen alten Kirche 1874 wurde in den Jahren 1974 bis 1876 die heutige Kirche erbaut. Darüber ist im Abschnitt „Kirche“ zu lesen. Zur endgültigen Trennung von St. Michalis und St. Petri kam es erst 1899.

Mit der Errichtung einer selbstständigen Pfarre in Rüningen begann der Bau des heutigen Pfarrhauses, das im Jahre 1900 bezogen wurde. Die Einkünfte des Pfarrers wurden zunächst  von der Pacht der Ländereien bezahlt. Die Rüninger Kirchländereien waren damals umfangreich und reichten von Eisenbüttel bis Leiferde und von Broitzem bis zur Oker. Vieles musste verkauft werden zum Bau des Broitzemer Flughafens, des Eisenbahndammes zum neuen Bahnhof und mehr. Im Dritten Reich wurde verfügt, dass viel Gelände im Bereich Gartenstadt und nördlich davon für 1 RM pro Quadratmeter an die Industrie verkauft werden musste, so dass der heutige Besitz nur noch gering ist. Ein kleines Stück mussten wir 2011 an die Stadt verkaufen, damit ein Graben für den Leiferder Hochwasserschutz konstruiert werden konnte.

Im Zweiten Weltkrieg mussten die großen Glocken abgegeben werden. Sie wurden nicht eingeschmolzen, sondern überdauerten im Hamburger Glockenhof und gelangten nach Rüningen zurück. Am Karsamstag 1945 fielen dann britische Bomben auf Rüningen und zerstörten große Teile der Kirche. Gottesdienste fanden nun im Pfarrhaus und manchmal im „Starenkasten“ statt.

Jahrelang gab es drangvolle Enge im Pfarrhaus. Erst 1955 war die Kirche wieder aufgebaut. Nach dem Krieg war die Zahl der Gemeindemitglieder stark gewachsen. Die ebenso stark gewachsene Filialgemeinde Broitzem wurde nach 33 Jahren 1967 selbstständig. Rüningen bekam dann sein Gemeindezentrum. Inzwischen sind alle Gebäude renovierungsbedürftig bzw. müssen den energetischen Forderungen angepasst werden. Manches davon ist inzwischen geschehen.

Stadt Braunschweig

Allgemeine Informationen zur Geschichte von Rüningen finden sich auf den Seitenansicht der Stadt Braunschweig.